Die Schutzpatronin Virgen de la Candelaria


Die Heilige Jungfrau Nuestra Señora de la Candelaria

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Schutzheilige Teneriffas und der Kanarischen Inseln

Die Stadt Candelaria

Die Stadt Candelaria ist im religiösen Sinn der größte Ort auf der Kanarischen Insel Teneriffa, denn hier befindet sich die Statue der Nuestra Señora de la Candelaria. Die Heilige Jungfrau Candelaria, die auch die schwarze Madonna (La Morenita) genannt wird, ist die Schutzpatronin von Teneriffa und allen Kanarischen Inseln. Ihre Statue befindet sich in der Basilika von Candelaria, der Basílica de Candelaria, die ein Wallfahrtsort für Einheimische und gläubige Gäste aus aller Welt ist.

Die Geschichte der Jungfrau von Candelaria

Die "wahre" Geschichte der Jungfrau Candelaria läßt sich heute nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Es gibt verschiedene Historiker, die unterschiedliche Geschichten überliefert haben. Das ist jedoch für die Popularität der Heiligen unerheblich, denn sie wird auch als "größter Schatz des Kanarischen Archipels" bezeichnet.

Die Entdeckung der Statue

Der Sage nach, wie sie der Dominikanische Historiker Fray Alonso de Espinosa darstellte, fanden zwei Guanchen-Hirten im Jahr 1393, ca. 95 Jahre vor der totalen Eroberung Teneriffas durch die Spanier, am Strand der Schlucht von Chimisey, in der heutigen Gemeinde Güímar, eine angespülte Madonnenfigur aus Holz. Die beiden Guanchen-Hirten glaubten erst eine Frauengestalt zu sehen, die aufrecht am Strand stand und ein Kind im rechten Arm hielt. Männern war es damals nicht erlaubt, alleinstehende Frauen direkt anzusprechen, deshalb versuchte ein Hirte die Frau durch einen Wurf mit einem Stein zum Weggehen zu bewegen. Aber der Hirte konnte den Stein nicht werfen, da sein Arm in der Bewegung erstarrte. Da ging der zweite Hirte zu der Gestalt und stellte fest, daß es eine Statue aus Holz war. Als er versuchte einen Finger von der Statue zu lösen, bekam seine Hand Schnitte.

Schutzpatronin Virgen de la Candelaria, Teneriffa

Voller Angst liefen die beiden Hirten zu ihrem damaligen Herrscher, dem Mencey Acaymo, und erzählten ihm was passiert war. Der Guanchen König ging mit den beiden Hirten zum Strand, um sich die Statue anzusehen. Er wurde bei dem Anblick der Statue, mit der dunklen, wunderschönen Frau in der fremdartigen Kleidung, sofort in ihren Bann gezogen. Dem verletzten Guanchen befahl der König die Frau aus Holz anzufassen. Bei der Berührung heilten die Wunden sofort und den Hirten mit ihrem König wurde klar, daß es mit der Statue etwas besonderes auf sich hatte. Der König Acamymo wollte die wundersame Frauenstaue zu seinem Palast tragen, doch wegen des großen Gewichts mußte er um Hilfe (span.: Socorro) bitten, deshalb befindet sich heute an dieser Stelle ein Kreuz zu Ehren der Heiligen Nuestra Señora del Socorro.

Heilige Nuestra Señora de Candelaria, Teneriffa

Nach der spanischen Eroberung

Mit der Eroberung der Insel durch die Spanier, wurden die Guanchen mit Gewalt zum christlichen Glauben gezwungen und viele gerieten in spanische Gefangenschaft. Ein Guanche, der von den Spaniern auf den Namen Antón getauft worden war, gelang die Flucht zurück zu seiner Insel. Durch seinen christlichen Glauben erkannte er in der Statue die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind im Arm, was er dem Mencey an seinem Hofe erzählte. So bekam die Jungfrau den Namen Chaxiraxis, was in der Guanchensprache soviel wie Muttergöttin bedeutet. Die Statue der Heiligen Jungfrau wurde in die Höhle Cueva de Achbinico gebracht, die so die erste Heimat und Kultstätte der Jungfrau von Candelaria wurde. Diese Höhle befindet sich hinter der heutigen Basilika.

Die Kapelle der Heiligen Jungfrau von Candelaria

In unmittelbarer Nähe zur Höhle Cueva de Achbinico wurde im Jahr 1525 eine kleine Kapelle gebaut, in der die Jungfrau am 2. Februar 1526 eine neue Heimat fand. Ungefähr 4 Jahre später wurde die heilige Figur von dem Erzbischof Don Luis Cabeza de Vaca in den Schutz des Dominikanerorden übergeben. Jedes Jahr am 2. Februar wird daher auf Teneriffa dieses historische Datum mit der Fiesta de la Virgen de Candelaria, dem Fest der Lichtbringenden Jungfrau von Candelaria, gefeiert.

Die erste Kirche von Candelaria

In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert wurde unter der Leitung von Bischof Don Bartolomé García Jiménez, an der Stelle wo heute die Basílica de Nuestra Señora de la Candelaria steht, eine Kirche für die Jungfrau Candelaria gebaut. Doch am 15. Februar 1789 brach ein Feuer aus, das die Kirche und das Gebäude des Dominikanerklosters total vernichtete. Nur die Statue der Madonna konnte vor dem Feuer gerettet werden. Die Statue wurde daraufhin wieder in die Höhle Cueva de San Blas gebracht, wo sie die nächsten 14 Jahre blieb.

Das Unwetter von 1826

Die Dominikaner-Mönche bauten ihr Kloster wieder auf und ein Raum war nur als Anbetungsstätte für die Virgen de Candelaria, die dort im Jahr 1803 aufgestellt wurde. Vermeintlich gut geschützt blieb die Statue dort, bis im Jahr 1826 ein fürchterliches Unwetter mit Sturm aufzog und der aufgepeitschte Atlantik bis in das Kloster klatschte. Dort erfaßte das Meer die heilige Madonna von Candelaria und nahm sie mit zurück ins Meer. Der Bildhauer und Künstler Fernando Estévez schuf im Jahr 1830 eine genaue Nachbildung der wieder ins Meer zurückgekehrten Heiligen.

Schutzpatronin Virgen de la Candelaria, Teneriffa

Schutzpatronin von Teneriffa und den Kanaren

Im Dezember 1867 wurde die Virgen de Candelaria in einem Dekret vom Vatikan sowohl als Schutzpatronin der Insel Teneriffa, wie auch der gesamten Kanarischen Inseln erklärt.
Heute befindet sich die Jungfrau von Candelaria in der Basilika von Candelaria. Allerdings wird sie auch hin und wieder, meistens zu besonderen Anlässen, in andere Orte gebracht. Seit Anfang diesen Jahrhunderts wird sie alle sieben Jahre abwechselnd nach Santa Cruz de Tenerife oder nach San Cristóbal de La Languna gebracht, so war sie 2016 in Santa Cruz und wird 2023 in La Laguna sein.

Die Patronin von Teneriffa wird jedes Jahr am 2. Februar mit einem Feiertag geehrt, am 15. August jeden Jahres, dem Tag der Himmelfahrt der Jungfrau Maria, wird die Jungfrau Candelaria auch auf den anderen Kanarischen Inseln geehrt.

Desweiteren wird die Heilige Jungfrau von Candelaria noch in einigen Ortschaften der Kanaren besonders verehrt. Sie ist auf Gran Canaria die Schutzpatronin der Gemeinden Ingenio und Moya, auf El Hierro von der Gemeinde La Frontera, auf Lanzarote ist ihr eine Kirche in Tías gewidmet, auf Lanzarote wird sie in La Oliva verehrt, auf La Gomera in dem Ort Chipude in der Gemeinde Vallehermoso und auf La Palma in Santa Cruz, Los Llanos de Aridane und in Tijarafe.

Auch in anderen Städten und Ländern der Welt ist die Schutzheilige Nuestra Señora de la Candelaria bekannt und wird verehrt. Zum Teil stammen diese Traditionen von Auswanderern der Kanaren, so wie beispielsweise in Venezuela und Kuba.

Die Kirche Basílica de Nuestra Señora de la Candelaria

Das imposante Gotteshaus, die Kirche Basílica de Nuestra Señora de la Candelaria, wurde in der Zeit von 1947 bis 1959 von dem Architekten José Enrique Marrero Regalado erbaut.

Viele Gläubige kommen täglich zu der Madonna Candelaria, die in einem mit goldenen Ornamenten verzierten Ädikula hinter dem Hauptaltar steht, um sie zu huldigen, oder um sie um etwas zu bitten.

Die Basilika ist montags von 15.00 Uhr bis 19.30 Uhr, sowie dienstags bis sonntags von 7.30 Uhr bis 13.00 Uhr und nachmittags von 15.00 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet.

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Fiesta de la Virgen de la Candelaria auf Teneriffa

Jeden zweiten Februar, der ein gesetzlicher Feiertag auf Teneriffa ist, wird in Candelaria das Fest der Virgen de Candelaria gefeiert.

Die Madonnenstatue wird abends auf einem reich verzierten, silbernen Tragegestell in der Prozession der Lichter von ausgewählten Einheimischen getragen. Während der Prozession werden alle Lichter der Stadt ausgeschaltet und jeder, der an der Prozession teilnimmt trägt eine entzündete Kerze in der Hand. Außer den Kerzen wird nur noch das Bildnis der Madonna Candelaria angeleuchtet. Jeder, der diese Prozession einmal gesehen hat, wird diese ergreifende Zeremonie nie wieder vergessen.

Vom 14. August zum 15. August pilgern viele Canarios zu Fuß aus allen Teilen der Insel nach Candelaria, um die Virgen de Candelaria zu huldigen. Auch von den anderen Inseln machen viele Gläubige eine Wallfahrt zu diesem Fest, um an den Messen und Veranstaltungen teilzunehmen. Der kleine Ort hat an diesem Tag mehr Besucher, als jede andere Sehenswürdigkeit das ganze Jahr über. Der Höhepunkt ist die Darstellung der Pilgerfahrt der Jungfrau, die in traditionellen Kostümen von Folkloregruppen dargestellt wird, und die große Prozession. Zum Abschluß werden von den Pilger traditionell Rosen ins Meer geworfen, um der Madonna zu danken und sie zu ehren.